Auftauen in der Mikrowelle für Fleisch, Gemüse und Kuchen

Mit Mikrowellen kann man nicht nur auf unkomplizierte Art und Weise leckere Gerichte zubereiten. Mikrowellen können auch auf anderen Gebieten in der Küche den Alltag erleichtern. So kann man mit einer Mikrowelle auch gefrorene Speisen auftauen. Auf welche Art und Weise dies funktioniert und auf welcher Wirkungsweise dies beruht, erfahren Sie in den folgenden Absätzen.

Das Auftauen von großen Portionen Fleisch kann mitunter sehr lange dauern. Abhängig von der Form, dem Gewicht und der Temperaturdifferenz zwischen Fleisch und Umgebungsluft dauert ein Auftauvorgang mehrere Stunden. Mit einer Mikrowelle kann man diesen Vorgang auf einfache Art und Weise beschleunigen. Das Auftauen von Speisen in einer Mikrowelle ist zwar weniger schonend als das traditionelle Auftauen von Fleisch, Fisch, Gemüse oder Backwaren im Kühlschrank. Allerdings ist es immer noch eine relativ schonende Art, wenn man die Geschwindigkeit des Auftauvorganges berücksichtigt. Um dennoch zu verstehen, wie so ein Auftaufvorgang in einer Mikrowelle überhaupt ablaufen kann, ist es auch wichtig zu verstehen, wie überhaupt eine Mikrowelle funktioniert.

Wie funktioniert das Auftauen in der Mikrowelle?

In einer Mikrowelle werden aus elektrischer Energie Mikrowellen und thermische Energie. Der Wirkungsgrad einer modernen Mikrowelle ist mit 65% sehr gut. Das bedeutet, dass insgesamt 65% der elektrischen Energie auch in Mikrowellen umgewandelt werden und nur zu 35% zu thermischer Energie. Dies mag verwirrend klingen aber das Aufheizen der Speisen geschieht nicht durch diese thermische Energie, die bei der Umwandlung von elektrischer Energie in Mikrowellen entsteht.

Wenn ein Sauerstoffatom sich mit zwei Wasserstoffatomen verbindet, entsteht Wasser. Durch die Anheftung des Sauerstoffes an die beiden Wasserstoffatome entsteht allerdings ein elektrischer Dipol. Eine Seite des Wassermoleküls ist positiv, die andere negativ geladen. Die Mikrowellen lassen nun ein elektrisches Wechselfeld entstehen, in welchem sich die Wassermoleküle sehr oft in nur sehr kurzer Zeit immer neu ausrichten müssen. Durch das Ausrichten im Magnetfeld müssen sich die Moleküle drehen, wobei sie aber wiederum an andere Moleküle reiben. Durch diese Reibung entsteht schlussendlich die thermische Energie, welche tatsächlich das Gargut warm werden lässt. Dies ist auch der Grund, warum sich weder Wasserdampf noch Eis so effektiv erhitzen lassen. In gasförmigem Wasser besitzen die Teilchen einen viel zu großen Zwischenraum, dadurch kann keine Reibung entstehen. In gefrorenem Wasser hingegen ist die Bindung zwischen den Molekülen zu stark und dadurch wird verhindert, dass die Moleküle sich drehen können wodurch ebenfalls keine Reibung entsteht. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass es in den meisten Mikrowellen keine richtige Leistungsregulierung gibt. Der Magnetron erzeugt die Mikrowellen und die Leistung des Magnetrons  wird in den meisten Fällen nicht der erforderlichen Leistung angepasst, sondern vielmehr läuft der Magnetron in einem Intervallmodus. Wenn man die Leistung der Mikrowelle über eine bestimmte Zeit einstellt, bedeutet das nicht, dass die Mikrowelle an jedem Zeitpunkt im Intervall die eingestellte und gewünschte Leistung erbringt. Vielmehr ist dies ein Durchschnittswert der gesamten Intervallzeit. Wenn man z. B. 60% Leistung an seiner Mikrowelle einstellt bedeutet das, dass die Mikrowelle 60% der Zeit an ist und 40% der Zeit aus.

Auftaufunktionen der Geräte

Die Auftaufunktion der Mikrowelle funktioniert nach demselben Prinzip. Bei ca. 180 – 240 Watt Leistung (was bei den meisten handelsüblichen Mikrowellen ca. 30% Leistung ergibt) wird das Gargut in Intervallen erhitzt. Das Erhitzen in Intervallen hat beim Auftauen von Speisen noch einen ganz anderen erfreulichen Grund. Zuerst wird nur die oberste Eisschicht erhitzt, was aufgrund des geringeren Wirkungsgrades relativ lange dauern kann. Dann ist die oberste Schicht flüssig und der Magnetron schaltet sich ab. Das erwärmte Wasser kann nun das umliegende Eis zum schmelzen bringen. Wenn der Magnetron das nächste Mal eingeschaltet wird, kann dieser mehr flüssiges Wasser als vorher erhitzen, was den Auftauvorgang erheblich beschleunigt. Die Anpassung der Leistung einer Mikrowelle mittels eines Intervalls von Ein-/ und Ausschaltzyklen des Magnetrons ist deshalb sogar gewünscht. Um das beste und schnellste Ergebnis zu erzielen ist es wichtig, das Gargut mehrmals zu wenden und danach etwas stehen zu lassen, bevor man es erneut für einige Minuten in die Mikrowelle auftauen lässt. Vor allem bei größeren Portionen kann man so die besten Ergebnisse erzielen. So ist eine 2000 Gramm schwere Ente bereits nach ca. 80 Minuten komplett aufgetaut.

Foto: BrandtMarke  / pixelio.de


2013-08-19

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